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Sri Lanka auf eigene Faust

  • behrmannholger
  • vor 22 Stunden
  • 22 Min. Lesezeit

Sri Lanka November 2024

Flug Frankfurt – Colombo UL501 am 1.11.2024 um 15:15 Uhr / Ankunft CMB 2.11.2024 6:00 Uhr 


Tag 1: Colombo-Dambulla 


Nachmittags um 15:15 Uhr startet unser Flug mit Sri Lankan Airlines direkt nach Colombo. Als wir den Flieger betreten, ist dieser schon halbvoll, da er bereits aus Paris kommt und in Frankfurt zwischenlandet.

Wir steigen zu und machen es uns bequem. Das Zusteigen dauert eine ganze Weile, aber irgendwann hat jeder seinen Platz, das Gepäck ist verstaut und dann geht es für uns direkt nach Colombo. Am nächsten Tag sehr früh landen wir und die Einreise verläuft ohne Komplikationen. Draußen im Terminal schlägt uns schwülwarme Luft entgegen. Urlaubsgefühl kommt auf. Draußen werden wir von unserem Fahrer erwartet, den wir vorher organisiert hatten. Er fährt uns vom Flughafen mit einem kleinen Van direkt nach Dambulla. Nach drei Stunden Fahrt durch die Landschaft und gelegentliche Örtchen erreichen wir das Coffeehouse Dambulla.

Ein schönes, relativ neues Guesthouse mit engagiertem Personal. Sogar der Chef, der momentan im Ausland weilt, meldet sich regelmäßig bei uns und fragt nach unserem Befinden und ob alles Ok wäre. Erst gibt es eine kleines Mißverständnis wegen eines Zimmers, was sich aber mit Hilfe des Chefs am Telefon schnell klärt. Nach dem langen Flug und der Autofahrt, begeben wir uns in den Garten, schön angelegt mit Palmen und tropischen Pflanzen und einem kleinen Pool, um dort etwas auszuruhen und die Szenerie zu genießen. In den Pool können wir nicht, da es die ganzen Tage vorher heftig geregnet hatte und das Wasser erst gesäubert werden muß. Die Füße halten wir trotzdem rein.

Gegen Nachmittag organisieren wir uns ein Taxi und lassen uns zum Höhlentempel nach Dambulla reinfahren. Ein eindrucksvolles Gelände das wir mit nur sehr wenig anderen Besuchern ausgiebig erforschen. Dieser Höhlenkomplex befindet sich 160 Meter über dem Boden in der Mitte eines riesigen Felsblocks. Der Felsbrocken dominiert die gesamte Landschaft, sodaß man den unberührten Wald rundum überblicken kann.

Der Tempel besteht hauptsächlich aus fünf separaten Höhlenstrukturen. Fantastische Malereien an den Decken und Wänden sind sehr gut erhalten. Da Daniel und ich mit kurzen Hosen unterwegs sind, müssen wir uns am Eingang ein Sari ausleihen. Sonst dürfen wir die Anlage nicht betreten. Der Eintrittspreis für Ausländer beträgt 2000,- Rupien (ca. 5.50 Euro). Ein paar Äffchen turnen in der Anlage herum und treiben den üblichen Schabernack.

Nach einer ganzen Weile wollen wir wieder zurück und kaum haben wir die Anlage verlassen, fängt es an wie aus Eimern zu schütten. Wir haben natürlich keinen Schirm dabei und flüchten uns unter das Dach eines Souvenirverkäufers, in der Hoffnung es wäre bald wieder vorbei. Der nette Mann nimmt uns aber unsere Hoffnung und sagt, es bleibt bis zum Abend erstmal so. Der Blick auf die WetterApp bestätigt ihn in seiner Aussage.

Es wird immer heftiger und der Regen prasselt so stark auf den Boden, daß wir langsam von unten durch das hochspritzende Wasser durchnäßt werden. Mittlerweile hocken wir auf einem Eisengestell, aber auch das bringt nur mäßigen Erfolg. Das Wasser fließt schon in Sturzbächen die Felsen und Treppen herunter.

Lauter kleine Wasserfälle. Die Temperatur sinkt auch ein wenig. Wir kaufen beim netten Mann einen kleinen Regenschirm und machen uns auf den Weg nach unten. Dort steigen wir dann in zwei TukTuks und lassen uns klatschnass zurückfahren. Nach einer Dusche und einem leckeren Abendessen in unserer Unterkunft sitzen wir noch ein wenig zusammen und sprechen über den morgigen Tag, der sehr früh starten soll. Während wir warten, kommt noch der vom Chef organisierte Kollege, um mir ein paar lokale Nummernschilder zu bringen. Während des Abends merke ich, daß sich Schlappheit, Kopfweh und erhöhte Temperatur in mir ausbreiten. Kein gutes Zeichen. Wir gehen schlafen.



 

Tag 2: Dambulla-Pidurangala Rock-Sigiriya-Kandy       


Früh um 3:30 Uhr klingelt der Wecker. Ich habe furchtbar schlecht und wenig geschlafen und habe richtig Fieber bekommen. Heute steht ein langer und anstrengender Tag an und ich weiß nicht, ob ich das schaffen werde. Sehr ungünstige Voraussetzungen.

Wir warten während eines Kaffees an der Rezeption auf unseren Fahrer, den wir für 4 Uhr bestellt haben. Dieser bringt uns dann zum Parkplatz am Pidurangala Rock. Der Plan ist, hier im dunklen den steilen Weg bestehend aus Treppen am Anfang und dann weiter über unbefestigtes Gelände und durch große Felsen und Felsspalten, nach oben zu nehmen, um dann bei Sonnenaufgang auf dem Felsplateau zu stehen, von wo man einen eindrucksvollen Blick rundum über die ganze Landschaft und im Besonderen auf Sigiriya hat.

Am Eingang sind schon andere Touristen vor uns und wir holen unsere Tickets. 1000,- Rupien pro Person (ca 2,80 Euro). Der von Natur aus nicht ganz einfache Weg ist für mich umso beschwerlicher. Keine Kraft, ich fühle mich schlapp und krank. Ich konnte nicht im Hostel bleiben, denn wir haben nur diesen einen Tag für hier geplant und nachher geht es noch weiter. Ich zwinge mich und wir steigen langsam Meter für Meter hinauf. An einem Nadelöhr staut es sich irgendwann. Jeder einzelne muß hindurchkriechen und dadurch, daß wir nicht die ersten waren und einige Leute vor uns sind, heißt es etwas warten. Die Pause tut gut und ist nötig. Wenn wir uns so umschauen, sind wir die ältesten in der ganzen Reihe hier. Nur junge Leute, sportlich eingekleidet hasten nach oben für die besten Bilder bei Sonnenaufgang. Wir klettern und kraxeln weiter und bald danach stehen wir um 5:40 Uhr ganz oben auf dem Plateau. Es dämmert gerade und beginnt hell zu werden.

Perfektes Timing für die ersten Bilder. Der Sonnenaufgang belohnt uns für die Strapazen. Ich bin ziemlich fertig aber genieße trotzdem den Blick auf Sigiriya im Morgengrauen. Wir gehen auf dem Plateau noch etwas weiter bis zum hinteren Ende, um den ganzen Leuten aus dem Weg zu gehen.

Die sind alle damit beschäftigt, zu posieren, zu springen, sich irgendwie in Szene zu setzen für das perfekte Bild in den sozialen Medien. Hier haben wir einen genauso guten Blick und wir stehen niemandem im Bild. Wir bleiben eine ganze Weile hier, genießen die unfaßbare Aussicht und erholen uns (insbesondere ich) vom schweißtreibenden Aufstieg. Schwül und warm ist es dazu. Nach etwas mehr als einer Stunde, machen wir uns wieder auf den beschwerlichen Rückweg. Noch immer kommen uns viele Leute auf dem Weg nach oben entgegen. An einem großen Absatz über einen runden Felsen, kommt Sabrina ins Rutschen, meine Hand zum Greifen ist zu weit weg und somit fällt sie leicht nach hinten. Die Leute hinter ihr, die ebenfalls absteigen, fangen sie zum Glück auf. Ich bin froh, als wir wieder im Auto sitzen und ich mich auf der Fahrt zum Löwenfelsen etwas ausruhen kann.

Dort kommen wir gegen 7:10 Uhr an. Zum Glück ist am Eingang noch wenig los. Der Preis ist allerdings amtlich. 35 USD pro Person. Vom Ticketschalter laufen wir dann durch die schön angelegte Parkähnliche Anlage, wo früher mal die Stadt war, zum Monolith. Sigiriya, einst eine Festung eines Königs, der erst seinen Vater ermordete und dann seinen Halbbruder in indisches Exil schickte und hier hoffte sicher zu sein.

Ein weiterer kräftezehrender Aufstieg in der mittlerweile schon prall scheinenden Sonne erwartet uns. Die Temperaturen befinden sich bereits jenseits der 30 Grad. Wieder quäle ich mich Stufe um Stufe nach oben aber aufgeben ist keine Option. Während des Aufstiegs, beobachtet mich ein Affe und irgendwann schlägt er zu. An meinem Rucksack außen befindet sich eine fast leere Colaflasche, diese reißt er aus der Halterung und haut wieder ab. Ein paar Meter weiter beißt er mit seinen Zähnen ein Loch hinein und saugt die restliche Cola raus. Listiger Dieb. Um 8:10 Uhr morgens stehen wir auf unserem zweiten „Berg“. Hier oben ist es angenehmer, ein Lüftchen geht. Wir haben wieder einen fantastischen Rundumblick und ganz besonders auf den gegenüberliegenden Pidurangala Rock, auf dem wir vorher waren.

Von hier können wir die Leute dort oben ganz klein erkennen. Wir haben die Anlage fast ganz für uns allein. Früh aufstehen hat sich gelohnt. Als es voller wird, machen wir uns wieder an den Abstieg und Daniel und ich schauen dabei auf halber Strecke noch bei den Fresken der Wolkenmädchen vorbei. Es handelt sich um eine ganze Reihe barbusiger Schönheiten, die meist als Gespielinnen der Götter gedeutet werden. Durch den Felsüberhang sind die Artefakte seit über 1500 Jahren vor der Witterung geschützt.

Um kurz nach 9 Uhr sind wir unten wieder auf dem Weg zu unserem wartenden Fahrer. Ein kleines Mißverständnis bzgl. des Treffpunktes beschert uns ein paar extra Schritte. Ich bin total groggy, aber froh, alles geschafft und irgendwie heil überstanden zu haben. Gesundheitlich war es vielleicht nicht die beste Idee, aber ich hätte mich geärgert, wenn ich es nicht probiert hätte. Zurück in unserer Unterkunft erwartet uns bereits ein üppiges Frühstück auf der Dachterrasse.

Wir stärken uns, duschen und machen uns fertig für die Abreise. Ein Aschaffenburger Nummernschild habe ich für den Chef dabei und wir übergeben dies und einige andere Sachen (Hefte, Stifte, Haribos) seiner Frau und den Kindern als Mitbringsel. Er war sehr eifrig und immer um uns bemüht, auch hat er unseren heutigen Fahrer für den ganzen Tag organisiert und dieser darf uns jetzt noch nach Kandy fahren.

Alle Sachen in den Van und ab geht es vom Zentrum des Landesinneren nach Kandy zwei Autostunden weiter südlich. Unterwegs halten wir an einer Apotheke und ich lasse mir eine kleine Sammlung an Medikamenten zusammenstellen. Nachdem Sabrina die Sachen gesichtet und nachgeforscht hat, entscheide ich mich allerdings nicht alles davon zu nehmen da Medikamente dabei sind, die bei uns gar nicht zugelassen wären und wohl auch reichlich üble Nebenwirkungen mit sich bringen. Um 14 Uhr erreichen wir unser Ziel.

Kandy ist eine große Stadt in der Landesmitte Sri Lankas. Sie befindet sich auf einer Hochebene inmitten von Bergen mit Teeplantagen und artenreichen Regenwäldern. Im Zentrum der Stadt liegt der idyllische Bogambara-See. Kandy ist für seine buddhistischen heiligen Stätten berühmt, darunter der Zahntempel (Sri Dalada Maligawa), zu dessen Ehren alljährlich eine spektakuläre Prozession mit vielen Besuchern stattfindet. Unser Hotel (Sevana City Hotel) liegt an einer belebten Straße, fußläufig zum Bahnhof.  Das Zimmer in der obersten Etage läßt uns das bunte Treiben unten, aufgrund eines kleinen Balkons, gut beobachten. Ein Schild mit dem Warnhinweis die Fenster und Balkontüren nicht offenstehen zu lassen aufgrund von Affen die einen dann besuchen kommen würden, befolgen wir.

Mit Regenschirm machen wir uns dann auf den Weg in die Stadt. Im Landesinneren ist noch Regenzeit und somit tröpfelt es immer wieder mal mehr und mal weniger.

Der Weg über den Markt und den Busbahnhof führt uns dann an den See. Idyllisch liegt er rundum eingebettet am Rande der Altstadt und an seinem Ufer befindet sich unter anderem das altehrwürdige Queens Hotel.

Ein prächtiges Gebäude aus der englischen Kolonialzeit. In der Nähe nehmen wir ein frühes Abendessen in einem lokalen Restaurant zu uns. Ich merke, daß langsam die wenigen Kräfte schwinden. Eine heiße Hühnersuppe mit Eieinlage reicht mir. Draußen beginnt ein Gewitter und es fängt stark zu regnen an. Unsere Pläne, noch etwas durch die Stadt zu streifen, werden jäh umgeworfen, denn mittlerweile schüttet es aus Eimern.

Patrizia und Daniel wollen mit Schirm zurück zum Hotel laufen und Sabrina und ich rufen uns ein Tuktuk, da mir das zu anstrengend ist. Wir fahren durch Sturzbäche von Wasser, die die überfluteten Straßen herunterfließen und der Fahrer hat alle Mühe das TukTuk in der Spur zu halten. Er kommentiert das lapidar mit „The rain is crazy now“. Im Hotel angekommen, stoppt kurz danach ein weiteres Tuktuk und Patrizia und Daniel steigen aus. Sie haben unterwegs gemerkt, trockenen Fußes heimzukommen wird ein Ding der Unmöglichkeit. Wir gehen früh schlafen, ich will noch etwas Kraft tanken und wieder richtig gesund werden. Morgen soll das Wetter beständiger sein.

       

Tag 3: Kandy-Ella mit dem Zug    

            

Um 7 Uhr weckt uns der morgendliche Trubel draußen. Autos schieben sich hupend durch die Straßen und alte Schulbusse voller Kinder rattern unten vorbei. Das Wetter ist schön, blau- weißer Himmel, etwas Sonne und trocken. Sabrina und Patrizia laufen zum Bäcker und holen Frühstück und Proviant für unterwegs.

Heute steht die 6-stündige Zugfahrt nach Ella auf dem Programm. Vom Hotel können wir mit unseren Rucksäcken gut zum Bahnhof laufen, da dieser nicht weit entfernt ist. Fahrkarten gibt es entweder am Bahnhof vor Ort oder aber über einige Anbieter wie Getyourguide etc. online. Dieser Zug ist auch mal gerne ausgebucht und somit haben wir uns dafür entschieden, die Zugfahrkarten vorab online zu kaufen. Daniel hat das netterweise über Tripadvisor organisiert, da wir zum Datum als die Fahrkarten erwerbbar waren in Bahrain unterwegs gewesen sind.

Die Tickets wurden in der Nacht vor der Abreise ins Hotel gebracht und wir konnten sie beim Ausschecken in Empfang nehmen. Theoretisch kann man auch über die Website der Sri Lanka Railways buchen aber diese Möglichkeit ist fast immer ausverkauft da viele kleine Anbieter die Tickets vorab aufkaufen und sie dann in ihren Portalen teurer weiterverkaufen. Wenn man trotzdem Glück hat, kostet das Ticket umgerechnet ca 9 Euro. Wir haben pro Person 20 Euro bezahlt. Zweite Klasse mit Sitzplatzreservierung! Am Bahnhof angekommen, herrscht reges Treiben und man sieht schon, der Zug wird voll. Unter anderem wartet eine Horde schwedischer Mädels auf ihre Fahrt in der dritten Klasse, wie wir später herausfinden. Lustig ist deren „Uniform“. Alle sind mehr oder weniger mit einer kurzen Jeansshorts und einem rückenfreien Oberteil oder einem kurzen Kleidchen bekleidet samt einer Stofftasche zum Umhängen. Geplante Abfahrt des Zuges ist um 8:47 Uhr. Das ist aber nur eine grobe Richtung. Geduldig warten wir am Bahnsteig bis der Zug einfährt.

Kurz vorher informiert ein Mitarbeiter über die ungefähren Abteilabschnitte. Kaum steht der Zug, beginnt ein Gedränge um die Abteile der dritten Klasse. Hier gibt es keine Sitzplatzreservierungen und wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer zu spät kommt, steht die ganze Fahrt oder sitzt im Gang. Ich bin heute wieder relativ fit, freue mich aber über bequeme Sitze und ein nicht überlaufenes Abteil. So lassen sich 6 Stunden Fahrt aushalten. Die Fenster lassen sich öffnen, es gibt keine Klimaanlage.

In der ersten Klasse gibt es diese aber die Fenster gehen nicht auf. Zum Fotografieren oder filmen eher nicht so praktisch. Der Zug setzt sich in Bewegung. Erst noch durch dicht bebautes Gebiet bis an die Bahnlinie heran, später dann nur noch durch die immergrüne Landschaft mit vereinzelten kleinen Ortschaften mit Bahnhof. Schon bald nach der Abfahrt, kommen immer wieder Händler durchs Abteil, die Kaffee, Tee und allerlei andere Getränke und Essen anbieten.

Unsere Mädels spielen aber eher mit dem Gedanken einen kalten Grauburgunder aus Deutschland zu verköstigen. Den haben wir im Gepäck mitgeschleppt und im Hotelkühlschrank gelagert. Es ist 10:30 Uhr! Durch viele Tunnel und Kurven, schlängelt sich der Zug weiter ins Hochland. Die Kurven nutzen explizit alle Leute die spektakuläre Bilder machen wollen. Der eine hängt sich halb aus dem fahrenden Zug, der Partner macht von einem weiter entfernten Fenster oder einer offenen Tür ein Bild oder filmt.

Gut festhalten ist wichtig, denn schon einige sind dabei aus dem fahrenden Zug gefallen. Die Türen hier sind fast alle offen. Oben im kühleren Hochland besticht die Landschaft durch unendliche Teeplantagen, in denen man fleißige Frauen beim Blätterzupfen sieht und Kiefernwälder, die nach dem Abholzen des Bergwaldes zur Aufforstung angelegt wurden.

So zieht die schöne abwechslungsreiche Landschaft an uns vorbei und der Weißwein schmeckt auch mir wieder. Ein Hauch von Orient Express keimt auf. Über viele Brücken und Täler rattern wir durch Dunst in gemächlichem Tempo weiter und stoppen immer mal wieder an kleinen Bahnhöfen mitten im Nirgendwo.

Viele Familien steigen ein und aus. Der Zug ist ein günstiges Beförderungsmittel für die Einheimischen. Gegen 16 Uhr erreichen wir den Bahnhof Ella im Regen. Nicht weit davon entfernt, ist eine nette Rastabar und wir machen dort erstmal Halt. Ein Bier später regnet es immer noch und wir nehmen einen Kleinbus, der uns zu unserem Apartment bringt. Die ganz kurze Überlegung zu laufen, von der Entfernung machbar, sind wir froh verworfen zu haben, denn das Terrain ist steil und es gibt nur berghoch oder bergrunter. Blooming Rose Homestay entpuppt sich als wahrer Schatz in der doch recht großen Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten hier. An einem Berghang gelegen mit weitem Blick ins Tal und auf den weiter entfernt gegenüberliegenden Wasserfall, erinnert es mich sehr stark an Hawaii. Die üppige sattgrüne dichte tropische Vegetation mit den üblichen Geräuschen verstärkt das Gefühl zusätzlich.

Der nette Besitzer ist sehr engagiert und erklärt uns akribisch seine Unterkunft und alles, was dazugehört. Während ich in der Dämmerung drinnen meinen Rucksack auspacke, weil ich etwas suche, erklärt er Sabrina draußen die Umgebung und daß zu diesem Tageszeitpunkt immer riesige Schwärme von Faltern kommen und sich auf alles stürzen, was Licht macht. Ich solle doch jetzt umgehend drinnen das Licht löschen. Das höre ich natürlich nicht, sondern nur Sabrina wie sie alle paar Sekunden zu mir sagt „Du mußt das Licht ausmachen“.  Irgendwann frage ich energisch zurück, was denn auf einmal los sei, ich suche doch was und ohne Licht ist das unmöglich.

Da kommen aber schon die ersten Falter unter dem Türschlitz durch. Ich fange an zu verstehen, gehe nach draußen und um uns rum sind tausende dieser Tierchen und flattern und fliegen hektisch herum. Nach kurzer Zeit fallen sie einfach tot zur Erde und liegen auf der ganzen Veranda. Das wiederholt sich jeden Abend sagt der nette Mann. Zum Abendessen gehen wir runter ins Dorf und bekommen einen Platz im Matey Hut. Das winzige Restaurant hat nur ein paar Tische draußen aber ein hervorragendes lokales Essen und ist auch dafür bekannt. Sehr lecker.   


Tag 4: Ella-Nine Arches Bridge-Udawalawe National Park-Dickwella


Das Schöne an Sri Lanka ist, daß es nicht groß ist und somit kann man gut verschiedene Orte und Sehenswürdigkeiten an einem Tag miteinander kombinieren. Das haben wir ja schon am zweiten Tag gemacht und heute ebenso.

Früh startet der schöne Tag auf unserer Veranda mit einem reichhaltigen Frühstück, bei dem sich unsere Gastgeber selbst übertroffen haben. Es gibt alles, was man sich wünscht, inklusive frisch zubereitete Papadums, Teigfladen. Der grandiose Ausblick ins Tal und auf den Wasserfall bieten dabei ein unvergessliches Ambiente.

Dann taucht aus dem Nichts ein Opossum auf und balanciert auf dem Geländer hin und her und tut sich an einem Stück Mango gütlich. Ohne Scheu sorgt es für Unterhaltung während des Frühstücks. Danach machen wir uns auf zum Little Adams Peak. Ein schöner Weg führt, an einer Zipline vorbei, hoch auf den Gipfel des Berges von dem man eine fantastische Sicht auf Ella, den Ella Rock aber auch auf die anderen umliegenden Berge des Hochlandes hat. Der Weg auf den Ella Rock ist um einiges anspruchsvoller und länger als der auf den Little Adams Peak.

Vom Gipfel steigen wir wieder ab und wandern weiter zur Nine Arches Bridge. Das läßt sich sehr gut verbinden. Während wir die Brücke oben vom Weg schon im Blick haben, nähert sich unten gut hörbar ein Zug. Ein schönes Fotomotiv. Der Weg schlängelt sich den Hang durch allerlei Gestrüpp herunter und endet irgendwann direkt auf den Gleisen. Erst noch allein laufen wir mitten auf den Gleisen Richtung Brücke, später kommen uns immer mehr Personen entgegen.

Ich wundere mich, warum alle Stulpen anhaben oder aber ihre Socken bis zum Knie hochgezogen sind. Sieht irgendwie seltsam aus.

Auf der Brücke angekommen, ist dort einiges los. Mittlerweile ein richtiger Touristenhotspot. Ein indisches Fernsehteam ist dort und dreht einige Szenen für einen Film. Wir beobachten den ganzen Trubel, machen Fotos und genießen den schönen Ausblick von der Brücke. Im Rücken von uns wird fleißig gebaut und die Hänge befestigt. Die Bauarbeiter haben also den ganzen Tag etwas zu beobachten. Am Ende der Brücke Richtung Tunnel ist ein uriges Restaurant/Bar ganz aus Holz. Wir machen Pause und lassen uns ein kaltes Bier schmecken. Hier merke ich auf einmal ein Stechen am Fußzeh. Dort sitzt ein Blutegel und labt sich an mir. Er hat sich schon ganz schön vollgesaugt und die ganze Zeit hatte ich nichts gemerkt. Jetzt weiß ich auch, was die Stulpen und Socken der Leute für eine Bewandtnis haben. Ich habe nur Flipflops an. Das Gebiet hier ist wohl dafür bekannt und ich habe den Egel wohl beim Durchstreifen des Gestrüpps eingesammelt.

Ich löse ihn ab und versuche ihn mit dem Schlappen zu erschlagen. Das sieht auf Grund der Blutlache auf dem Boden auch erstmal erfolgreich aus aber diese Dinger sind hartnäckig. Nach kurzer Zeit bewegt er sich wieder und versucht wegzukriechen. Ein erneuter stärkerer Hieb soll im jetzt den Garaus machen. Wieder nicht erfolgreich. Ein komischer kleiner Rüssel kommt aus dem Tierchen hervor und tastet in der Gegend rum. Schlußendlich sorge ich energisch mit Nachdruck für endgültige Ruhe.

Die Wunde ein wenig verbunden, brechen wir auf, nehmen zwei Tuktuks die hinter dem Gebäude stehen und lassen uns zurück nach Ella fahren. Dort wartet bereits ein Fahrer auf uns, den wir uns vorher organisiert haben. Kurz hinter Ella halten wir noch am Rawana Wasserfall, der malerisch direkt neben der Straße den Berg herunterkommt.

Das Gebiet ist von vielen Affen bevölkert, die nur darauf lauern, den Touristen etwas abhummeln zu können. Wir fahren weiter durch die Landschaft Richtung Udawalawe Nationalpark. Dort wollen wir eine kleine Safari machen. Auf dem Weg dorthin, sehen wir schon Elefanten an der Straße stehen. Wir haben uns für eine Tour am Nachmittag entschieden, da dann dort nicht mehr so viel los ist im Vergleich zum Morgen. An einem Restaurant unweit des Parkeingangs holen wir etwas Proviant und wechseln in einen Safarijeep.

Den Park darf man nur mit einer vorher gebuchten Tour/einem vorher gebuchten speziellen Guide befahren. Mit eigenen Fahrzeugen oder Mietwagen ist die Einfahrt verboten. Um 14:30 Uhr starten wir im Trockenen. Vorher hatte es eine ganze Zeit lang geregnet. Nicht weit hinter dem Eingang sehen wir die ersten Tiere. Büffel an Wasserlöchern, Pfaue mit mächtigem Gefieder, andere bunte Vögel und nach einer Weile auch die ersten Elefanten. Gemütlich kreuzen sie unseren Weg. Ein Ceylonhuhn flitzt durchs Gebüsch. Der offizielle Nationalvogel Sri Lankas ist schnell und erinnert an eine Mischung aus Hahn und Roadrunner.

Ein Hahn wie bei uns, bunt und schillernd. Ein Roadrunner wie aus den USA, einfach blitzschnell und wendig. Im Park befindet sich ein großes See,- und Sumpfgebiet. In dessen Wasser und auch an den Ufern tummeln sich einige Krokodile. Eins marschiert gemütlich in unserer Nähe vom Liegeplatz ins Wasser. Wir sind fast allein hier. Ganz wenige andere Fahrzeuge kommen uns entgegen. Elefanten samt Nachwuchs treten auf einmal aus dem Dickicht hervor und queren direkt vor oder hinter uns. Beeindruckend.

In der Dämmerung verlassen wir den Park und als wir gegen 18 Uhr wieder bei unserem Van ankommen, ist es bereits dunkel. Unser Fahrer hat gewartet und bringt uns jetzt noch bis Dickwella, wo wir für ein paar Tage ein Hotelzimmer am Strand eingeplant haben. Während der 1,5 Stunden Fahrt dorthin, halten wir noch an einer Apotheke, weil Daniel mittlerweile etwas kränkelt und an einem Supermarkt für ein paar Getränke. Gegen 20 Uhr erreichen wir das Dickwella Resort & Spa. Am Buffet bekommen wir noch was zum Abendessen, dann hören wir auf der Veranda noch ganz kurz dem Wellenrauschen zu und fallen dann müde nach einem langen Tag in die Federn.


Tag 5: Dickwella Resort & Spa     


Heute ist ein besonderer Tag. Nicht weil es der erste Ausruhtag nach einigen vollen und langen Tagen ist, sondern weil mein Geburtstag ist. Der 50ste!

Einmal wollte ich an meinem Geburtstag im warmen sein und Urlaub machen. Ein schöner Tag kündigt sich an, warm und sonnig. So soll es sein. Wir schlendern früh zum Frühstück und dort werde ich überrascht. Mit einem festlich dekorierten Tisch, klatschenden und singenden Hotelangestellten, Sekt und Geburtstagstorte. Sabrina hat das im Vorfeld alles organisiert und in bin sprachlos. Patrizia und Daniel haben ein Teil meines Geschenkes mitgebracht und überreichen dieses. Die um uns herumsitzenden anderen Gäste verfolgen vergnügt das Geschehen und ich freue mich richtig.

Ich komme mir vor wie beim Traumschiff. Wir genießen ein ausgiebiges Frühstück draußen mit Blick auf den indischen Ozean. Danach machen wir uns Strandfertig. Das Resort liegt wunderbar auf einer Landzunge. Fast alle Zimmer haben somit auch Meerblick. Links eine große Bucht, in der man surfen kann, rechts eine kleinere Bucht an deren Ende wunderbar Meeresschildkröten beobachtet werden können.

Wir schlendern am Strand der rechten Bucht entlang und beäugen schon einmal die paar Strandbars und deren Angebot. In der Mitte liegt ein gemütliches Holzhaus auf Stelzen mit Veranda und unten am Strand einige wenige Liegen davor. Das White Lion. Wir entscheiden uns dafür.

Hier sind wir den ganzen Tag allein und ohne andere Gäste. Kauft man hier Essen oder Getränke, sind die Liegen im Preis inbegriffen. Möchte man nur liegen, kosten sie einige wenige Rupien. Wir verbringen einen wunderschönen Tag mit Dösen, Schlafen, Gesundwerden, Schnorcheln, Essen und Trinken. Perfekt nach den getakteten Tagen vorher. Sabrina und Patrizia sind lange im Wasser bei den Schildkröten und die Sonne verbrennt sie an manch ungünstiger Stelle. Am Abend kommen wir nochmal wieder an diesen Strand und nehmen etwas weiter vorne beim Mahi Mahi Restaurant (eins der heute Morgen ausgeguckten) unser Abendessen ein. Direkt am Strand mit den Füßen im Sand. Paradiesisch. Was für ein herrlicher Geburtstag.   



Tag 6: Dickwella Resort & Spa    


Ich war gestern nach Rückkehr vom Strand noch schnell in der anderen Bucht und habe dort beim Surfbrettverleih mit dem Inhaber gequatscht.

Er sagte, daß heute früh am Morgen die Wahrscheinlichkeit am höchsten wäre, surfbare Wellen zu haben. Ich stelle mir den Wecker auf 6 Uhr und will mein Glück versuchen. Kurz danach bin ich am Verleih aber vom Personal ist noch keiner da. Ein paar Fischer sagen mir, er ist Frühstück holen und müßte gleich kommen. So ist es dann auch und ich leihe mir ein Brett aus. Ganz rechts am Rand Richtung Steg kommen auch ganz gute Wellen rein und ich paddele in die Fluten.

Ich bekomme auch gleich zwei Wellen und es fühlt sich richtig gut an. Es ist lange her, daß ich surfen war. Leider merke ich auch schnell die fehlende Kondition. Es ist herrlich ganz allein draußen im Wasser zu sitzen und den Strand aus dieser Perspektive zu beobachten. Das ganze Areal noch fast menschenleer, genieße ich die Ruhe um mich herum. Die Sonne steigt schnell und es wird heiß. Die Dünung nimmt ab und je später es wird, umso seltener kommen Wellen rein. Gegen 8 Uhr gehe ich aus dem Wasser. Die anderen sind bereits beim Frühstück und ich komme nach einer schnellen Dusche nach.

Wir verabreden uns wieder für den Strand der anderen Bucht. Dort beziehen wir wieder Quartier beim White Lion. Sehr gemütlich hier und ein netter Inhaber. Die Schildkröten kommen direkt bis fast an den Strand und manchmal schwimmen sie im Hüfthohen Wasser um einen herum. Richtig toll. Die Mädels gehen heute mit einem Lycra schnorcheln aufgrund des Sonnenbrandes von gestern. Wir essen wieder eine Kleinigkeit zu Mittag und trinken ein paar kalte Lion Bier und lassen Gott einen guten Mann sein. Wir planen noch den morgigen Tag und organisieren uns wieder einen Transport. Das Abendessen nehmen wir wieder direkt am Strand beim Mahi Mahi ein.  



   


Tag 7: Dickwella-Galle-Colombo 


Zeitig ist unser Fahrer da und wir brechen von diesem wunderschönen Fleckchen in Dickwella auf. Heute fahren wir gemütlich die Küstenstraße A2 über Galle bis hoch nach Colombo.

Durch die ganzen Surfstädtchen Batigama, Weligama, Ahangama usw. schlängeln wir uns an der Südküste entlang. TukTuks, beladen mit Surfbrettern auf dem Dach knattern an uns vorbei. Hier unten ist es ganz schön trubelig. Vorbei an Mirissa und dem bekannten Strand der Pfahlhocker, erreichen wir gegen Mittag Galle.

Diese schöne und große Altstadt, umgeben von der riesigen Festung ist absolut sehenswert und gut erhalten. Erbaut von den Portugiesen und später von den Holländern und Briten übernommen, trotzt sie noch heute direkt am Meer.

Auf knapp drei Kilometern Länge umschließt eine Wallanlage mit insgesamt 14 Bastionen die Festung.

Den Tsunami von 2004 hat sie unbeschadet überstanden und die Altstadt und das Fort blieben verschont, während andere Teile der restlichen Stadt überflutet wurden.

Wir schlendern durch die Gassen, schauen in eine der alten holländischen Kirchen, verlieren uns in einigen schönen Geschäften und Souvenirläden und finden in einem Hinterhof einen bezaubernden „Biergarten“, das 1710, in dem wir eine schöne Pause einlegen. Danach springen wir wieder in unseren Minibus und fahren weiter Richtung Hauptstadt. Unterwegs bei Hikkaduwa halten wir an einer Auffangstation für Meeresschildkröten. Hier werden ehrenamtlich verletzte Tiere aufgepäppelt, Nester bewacht, Nachwuchs betreut und alte, kranke Tiere bekommen eine letzte Bleibe.

Die Küste weiter hoch und gegen 19:30 erreichen wir unsere Bleibe in Colombo. Das Ivy Lane Hotel. Ein Block vom Meer entfernt an der A2 günstig gelegen. Nicht allzu weit vom Zentrum entfernt.

Ein Zimmer mit Balkon zur Straße hin und mit ein wenig Blick aufs Meer in die andere Richtung. Dort beziehen wir Quartier für die letzten 24 Stunden. Wir mieten es für 2 Tage, da unser Abflug am übernächsten Tag mitten in der Nacht um 2:35 Uhr ist. Somit können wir in aller Ruhe von dort aus zum Flughafen starten. Erstmal aber gehen wir nach Ankunft ein paar Straßen weiter ins Indian Kitchen, ein Lokal in dem wir hervorragend speisen und uns der Chef seine Gerichte genau erklärt.     

 

Tag 8: Colombo  

     

Viele Sri Lanka Reisende lassen die Hauptstadt außen vor und man hört immer wieder, Colombo hätte im Vergleich zu anderen asiatischen Städten nichts zu bieten. Das sehen wir anders. Man kann dort durchaus ein oder zwei Tage verbringen und sich das eine oder andere anschauen.

Wir starten am nächsten Morgen erstmal zu Fuß, später mit TukTuk weiter die Straße hoch Richtung Leuchtturm und von dort aus weiter bis zum Sambodhi Pagoda Tempel. Dieser thront in einer kleinen Anlage auf vier riesigen Säulen hoch droben über dem Areal.

Parallel dazu befindet sich ein Treppenaufgang, ähnlich einem Feuerwehrturm, der mit dem Tempel oben verbunden ist. Zusammen mit einer Schulklasse erklimmen Daniel und ich (Die Frauen bevorzugen es aufgrund der Temperaturen auf den Aufstieg zu verzichten) Etage um Etage und stehen irgendwann auf der Aussichtsplattform. Von dort hat man einen hervorragenden Blick über weite Teile Colombos, unweit entfernt der Präsidentenpalast und über den Hafen, der sich direkt an das Gelände anschließt.

Im Inneren sind die Wände mit Gemälden und Bildern verziert und eine große Fensterfront rundum läßt auch hier den Blick schweifen. Die Schulkinder kichern und beobachten uns denn außer uns ist niemand hier. Ein erfrischendes Lüftchen weht hier oben. Nach dem Abstieg laufen wir zum nicht weit entfernten Old Fort Lighthouse & Clock Tower.

Dort auf der Straße spricht uns ein gut gekleideter Herr an und fragt, ob er uns behilflich sein kann. Wir verneinen aber er erzählt uns, was wir noch alles sehen müßten und er könne jemanden organisieren der mit uns im TukTuk weitere Sehenswürdigkeiten abfährt. Das Gleiche wurde uns unweit unseres Hotels auch schon angeboten mit einem bunten einlaminiertem Prospekt, 1500 Rupien sollte es kosten. Das hatten wir abgelehnt.

Jetzt, nachdem wir schon einiges in der Hitze gelaufen sind, lassen wir uns bequatschen und er winkt zwei Fahrer her. Wir wollen aber nicht das ganze Programm, sondern nur ausgewählte Ziele, das sagen und zeigen wir ihnen auf der Karte auch deutlich. Wir brausen los, fahren am Beira Lake vorbei. Dort bitte ich unseren Fahrer kurz anzuhalten, weil man einen schönen Blick auf den Orchid Tower hat mit dem See im Vordergrund. Der Orchid Tower ist eine Art Fernsehturm im Stile einer geschlossenen Blüte. Sehenswert.

Dann halten wir am Gangaramaya Tempel. Der Eintritt kostet ca. 1,10 Euro. Einer der bedeutendsten buddhistischen Tempel im Land. Das merkt man an der Anzahl der Touristen hier. Er stand eigentlich gar nicht auf unserer Liste aber mit unseren Führern sind wir ruckzuck drin. Seltsam ist er, weil er so voll mit Artefakten und allem möglichen ist. Hier ein Schrank mit Schmuck und Uhren (Spenden), dort ein ausgestopfter Elefant, hier ein Türmchen, dort hunderte kleine Buddhas und Pagoden. Wir bleiben nicht so lange und wollen weiter.

Wir fahren zum riesigen Rathaus von Colombo, gegenüber liegt der große Viharamahadevi Park. Die Fahrer halten an, der eine prescht los und läuft vorneweg und will uns den Park zeigen. Es ist ein Stadtpark, nichts Außergewöhnliches und wir fragen uns, was wir hier sollen. Diese Orte hatten wir nicht genannt. Uns scheint, sie wollen ihr ganzes Programm durchziehen und dann abkassieren. Wir lassen den anderen laufen, drehen um und gehen zurück zum wartenden Fahrer bei den TukTuks. Das merkt auch der im Park und kommt schnellen Fußes dazu. Wir machen ihnen klar, daß wir jetzt abbrechen wollen und sie sollen uns zum Markt in der Nähe des Old Fort Bahnhofs fahren.

Dort wollen wir noch etwas stöbern und einmal drüberlaufen.  Gesagt, getan. Am Markt angekommen rufen sie dann eine irrwitzige Summe von 10.000 Rupien auf. Eine große Diskussion bricht los. Wir beharren auf höchstens der Hälfte (obwohl noch zu viel) da wir vorher gesagt hatten, was wir machen wollen und sie dann etwas anderes entschieden haben. Unverständnis, großes Palaver, Sabrina fotografiert das Kennzeichen und meint wir könnten auch die Polizei einschalten und das klären lassen. Das finden sie nicht gut, geben sich dann aber mir der Hälfte zufrieden und ziehen mürrisch von dannen. Wir sind ebenfalls etwas genervt, gehen hinter uns eine Treppe hoch, die augenscheinlich zu einer Kneipe führt und finden oben eine Art schönes uriges Pub, das Oldfort Cafe. Tür zu. Ruhe. Außer uns ist nur noch ein Pärchen da.

Gemütlich hier. Wir machen es uns bequem und trinken in Ruhe zwei schöne kalte Bierchen vom Faß! Den Trubel der Stadt lassen wir draußen. Nach einer ganzen Weile begeben wir uns in das Getümmel des Marktes, erstehen noch ein paar Sachen und schlendern durch das Gewusel. Sabrina wird dabei im Vorbeigehen einmal angegrapscht. Nicht erkennbar, wer das war, ziehen wir weiter. Über eine Fußgängerbrücke kommt man auf die andere Seite der vierspurigen Straße wo es noch mehr Stände und Geschäft gibt. Von hier lassen wir uns dann das Stück bis zur One Galle Face Mall fahren. Dort ist richtig was los, es ist Samstag. Wir verbringen hier unsere Zeit bis zum Abend, sitzen später auf der Dachterrasse des Irish Pubs zum Essen und Trinken. Wir haben ja noch massig Zeit bis zum Flughafen. Zurück im Hotel, packen wir unseren Kram, duschen, und dann kommt auch schon pünktlich unser Fahrer zum Flughafen, den wir vorher organisiert haben.



Tag 9: Colombo-Paris-Frankfurt


Zügig sind wir am Flughafen, wo ein heilloses Durcheinander vor dem Terminal herrscht. Dort steht Polizei und Sicherheitspersonal und kontrolliert alle Leute, die ins Terminal wollen auf Tickets, Grund der Reise und andere Dokumente. Viele Sri Lankaner arbeiten im Ausland. Auf den Baustellen in den Golfstaaten, in den Hotels auf den Malediven, im Nahen Osten. Die Polizisten wollen wissen, wohin die Menschen wollen, mit welchem Flug, kontrollieren die Pässe und allerlei ausgedrucktes Papier. Wir werden bei der Nennung Frankfurt nett durchgewunken. Man sollte nicht zu spät an den Flughafen fahren. Pünktlich hebt unser Gabelflug ab. Erste Station ist Paris. Wie die Franzosen auf dem Hinflug über Frankfurt, haben wir jetzt den Umweg über Paris auf dem Rückweg zu machen.

Vor Corona flog SriLankan noch Frankfurt und Paris jeweils direkt an. Seit Wiederaufnahme der Verbindungen sind die beiden Destinationen kombiniert. Nach 9 Stunden erreichen wir Paris. Einige steigen hier aus, der Großteil bleibt sitzen und will nach FRA. Neue Gäste für Sri Lanka steigen ein. Dann gibt es Durcheinander wegen einer französischen Reisegruppe höheren Alters. Sie haben teilweise Sitzplätze zugewiesen bekommen, die aber bis Frankfurt noch besetzt sind. Anstatt sich für die Stunde Flug woanders hinzusetzen, bestehen sie auf ihren Platz und wollen zusammensitzen. Eine Frau die seit 9 Stunden auf dem (auch ihrem) Platz sitzt, soll nun weichen. Das sieht sie nicht ein. Unmut entsteht. Somit dauert der Aufenthalt länger als geplant und wir stehen 2 Stunden in Paris. Dann geht es doch irgendwann weiter und kurz danach landen wir wohlbehalten in Frankfurt. Jetzt müssen die Fluggäste aus Paris wieder warten bis wir aus-, und die neuen Gäste eingestiegen sind.                      

                  

                       

 
 
 

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