Bahrain auf eigene Faust
- behrmannholger
- vor 4 Stunden
- 13 Min. Lesezeit

Sep/Okt 24
Tag 1: Frankfurt – Manama
Am einem Montag besteigen wir den Gulf Air Flieger von Frankfurt nach Manama. Der sechsstündige Flug ist angenehm und am Abend desselben Tages erreichen wir Manama, die Hauptstadt Bahrains. Auf Muharraq Island, nur 6 Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich der einzige Verkehrsflughafen des Landes. Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt, denn die meisten Fluggäste steigen in Bahrain nur um und nicht aus. Bahrain ist klein, flächenmäßig nur so groß wie Hamburg und es leben dort 1,6 Millionen Einwohner, wobei 50% davon Ausländer sind. Somit sind wir mit dem Bus schnell dort, wo wir hinwollen. Im City Centre Hotel. Es präsentiert sich in zwei Schreibweisen. Einmal City Centre Hotel (Leuchtreklame) und einmal City Center Hotel (über dem Eingang). 169 Zimmer auf 11 Stockwerken. Dachterrasse mit Pool. 4 Sterne, etwas in die Jahre gekommen aber dafür günstig, sauber und ruhig. Schaut man sich die umliegenden Hochhäuser an, erkennt man, daß das Hotel eines der ersten Gebäude in der Seef Area war. Meerblick aus vielen Zimmern, die eher kleine Apartments sind mit Schlafzimmer, Wohnzimmer, Couch und Küche. Sehr geräumig. Wer ein Zimmer weiter oben hat, wird mit einem schönen Blick auf die Stadt und die Skyline belohnt. Das Hotel bietet einen kostenlosen Shuttleservice an, wenn man einen Monat im Voraus bucht.

Ein paar hundert Meter weiter gegenüber in Laufweite liegt die schöne und große City Centre Mall mit allerlei Geschäften, Restaurants und einem großen Supermarkt. Nicht weit vom Hotel befindet sich ein Beach Club. Wir bekommen noch Abendessen vom Buffet und verbringen den restlichen Abend auf der Dachterrasse bei Weißwein und netten Gesprächen vor der Skyline der Stadt im Hintergrund. Das Hotel schenkt hier oben an der Bar Alkohol (Bier, Wein, Spirituosen) aus, allerdings zu einem stattlichen Preis. Wohl dem, der mit Weißwein aus Deutschland vorgesorgt hat. Es ist nachts noch heiß, nicht unter 30 Grad und tagsüber weit darüber.

Tag 2: Seef District & Manama
Wir nutzen den ersten Tag zum Ausruhen am Strand, denn heute Abend wollen wir noch in die Stadt und Bahrain bei Nacht erleben. In Laufweite vom Hotel (obwohl in Bahrain kein Mensch zu Fuß unterwegs ist) befindet sich der City Beach. 1,3 KM sind es durch die sengende Hitze aber wir finden es albern, diesen Weg zu fahren.

Der Eintritt kostet Sonntag bis Donnerstag 3 Dinar (ca. 6,70 Euro) und am Wochenende Freitag und Samstag 5 Dinar (ca. 11 Euro). Es gibt Umkleidekabinen, Toiletten und Duschen sowie Liegen mit Schirm am Strand. Es ist sauber und die flache Lagune eignet sich gut zum Baden. Für Kinder sind Hüpf- und Kletterburgen im Wasser. Ein kleines Essens- und Getränkeangebot gibt es ebenfalls. Es ist heute so gut wie gar nichts los also haben wir unsere Ruhe. Zumindest so weit, wie die Baustellen gegenüber und hinter uns das zulassen. In diesem Gebiet hier, gibt es noch große freie Flächen und momentan wird überall gebaut und neue Hochhäuser hochgezogen sowie Straßen und Wohngebiete angelegt. Wahrscheinlich ist es in ein paar Jahren nicht wiederzuerkennen und das meiste wird bebaut sein. Wie fast überall in der Golfregion. Wer in Bahrain baden möchte, kann das an den öffentlichen Stränden nur bedingt und als Frau nur bekleidet.

Deswegen gibt es dafür viele Beach Clubs oder die großen Hotels haben diese gleich integriert und der Badefreude kann nachgekommen werden. Hier sind der Bikini und die kurze Badehose kein Problem. Das Wasser ist herrlich warm und so verbringen wir einen schönen Strandtag bis weit in den Nachmittag. Nach dem 15-minütigen Fußweg zurück, ziehen wir uns um und machen uns auf in die Innenstadt von Manama.

Erster Halt ist Water Garden. Eine schön angelegte Parkanlage mit Wasser, was in dieser Stadt und in diesem Land sehr selten ist, die zum Spazieren einlädt. Es ist sauber und ordentlich, Kinderspielplätze und kleine Restaurants verteilen sich. Moderne Hochhäuser außenrum. Kleine Seen und Teiche ziehen Enten und andere Vögel an.

Anschließen fahren wir nach Reef Island zum Essen. Im Restaurant Dar Florence nehmen wir draußen Platz und probieren uns durch einige leckere lokale Sachen. Riesige Klimaanlagen pusten kühle Luft in den Sitzbereich, obwohl wir im Freien Sitzen. Danach fahren wir Richtung Harbour Gate, schauen uns am „The Park“ Bahrain Bay die modernen, schön beleuchteten Gebäude an, halten am King Faisal Highway für ein Foto des Bahrain World Trade Centers, welches aufgrund seiner segelförmigen Architektur durchaus beeindruckend ist. Noch ein Besuch in der noblen „The Avenues“ Mall und dann machen wir uns wieder auf den Rückweg zu unserer Dachterrasse, um den warmen Abend dort ausklingen zu lassen.





Tag 3: Manama-Muharraq-Manama-Jid Al Haj-Aali-Grenze Saudi-Arabien-Manama
Heute steht Kultur auf dem Programm und zeitig starten wir zur Al Fateh Moschee. Ein schönes großes Bauwerk, daß wir auch von innen besuchen wollen.

Dazu melden wir uns an, werden in einen Raum geführt und alle die nicht passend gekleidet sind, bekommen hier eine Kopfbedeckung oder eine Art Kaftan. Siri ist passend gekleidet und darf so bleiben. Sabrina und Minna bekommen schwarze Umhänge, Oli und ich müssen einen weißen Kittel drüberziehen, obwohl ich eine lange Hose und ein T-Shirt anhabe.

Leider schaut meine Tätowierung am Arm heraus und deswegen darf ich so nicht hinein. Für Männer gilt: Lange Hose und mindestens T-Shirt. Für Frauen lange Kleider und eine Kopfbedeckung. Im imposanten Innenbereich ist die Moschee vergleichsweise schlicht aber trotzdem sehr klar und schön.

Ein riesiger Kronleuchter aus Kristall von Svarowski schwebt in der Mitte über dem Teppich. Architektonisch schön gelöst sind die In den Säulen integrierten Klimaanlagen.

Wir haben eine engagierte Führerin, die uns das Gebäude, den Koran und das muslimische Leben erklärt. Hier ist Platz für 7000 Gläubige und somit ist sie eine der größten Moscheen weltweit. Im Außenbereich gibt es weitläufig säulenartige überdachte Gänge mit schönen Verzierungen und Ornamenten. Ähnelt einem Kreuzgang einer Kirche. Wieder draußen in der Hitze des Vormittags fahren wir von der Moschee zum Nationalmuseum Bahrains. Eine sehr schön gestaltete Anlage mit Bistro und Café lädt zum längeren Verweilen ein. Sehr anschaulich dargestellte Bereiche der Entwicklung des Landes von der alten Dilmun Kultur zum heutigen Bahrain sind interessant. Ein kleiner Fiat 500 des Papstes steht, seit seinem Besuch 2022, hier im Haupteingang. Vom Musem fahren wir ein kleines Stück in die Altstadt von Muharraq zum Pfad der Perlenfischer.

Perlen aus Bahrain galten als die besten der Welt. Bis zur Einführung japanischer Zuchtperlen in den 1930er Jahren war dies der Hauptwirtschaftszweig der Region. Das UNESCO Weltkulturerbe würdigt die reiche Geschichte des Perlenhandels. Der 3,5 km lange Fußweg startet entweder am Qal’at Bu Mahir-Fort und verbindet die drei Austernbänke und den Küstenabschnitt mit den alten Händlerhäusern und historischen Magazinen im Souq in der Stadt, die einst das Leben der Taucher prägte. Oder aber man startet andersherum in der Nähe des Souq von Qaisariyah, wo auch das Besucherzentrum ist. Die Route bietet Einblicke in eine jahrtausendealte Tradition vor der Ära des Erdöls. Der Weg ist mit bläulichem Schiefer gepflastert, beleuchtet und führt durch traditionelle Gassen. Es empfiehlt sich, für die Besichtigung der Gebäude und der Geschichte etwa 2-4 Stunden einzuplanen. Das Schöne am diesem kleinen Land ist die Kompakte Größe.

Somit kann man mehrere Unternehmungen an einem Tag unterbringen da alles nur eine kurze Fahrt entfernt ist. Von den Perlenfischern fahren wir einmal über die Brücke, die Muharraq mit Manama verbindet und kurz darauf sind wir am Bab Al Bahrain.

Das Stadttor stand früher am Stadtrand und am Meer. Somit sieht man, wie viel Land schon aufgeschüttet wurde. Bahrain ist ein Land, das stetig wächst. Es wird an einigen Ecken versucht, dem Meer weiteres Land abzugewinnen. Hinter dem Stadttor beginnt der Basar von Manama. Hier schlendern wir durch, essen eine Kleinigkeit und rasten etwas. Ein ortsüblicher Markt, der sich nicht groß von anderen unterscheidet, fesselt uns nicht lange und wir brechen auf nach Jid Al Haj zum Bahrain Fort. Eine große Ausgrabungsstätte und das mächtige Fort Qal’at al-Bahrain gibt es hier zu besichtigen. Hier war früher der antike Hafen und die Hauptstadt Dilmuns.

Das Fort, erbaut von den Portugiesen im 16 Jahrhundert, thront gut restauriert und mächtig direkt an der Küste und ist allemal sehenswert. Der Innenbereich ist heute geschlossen und somit umrunden Minna, Oli und ich das Gelände einmal außen. Sabrina ist es zu heiß und sie bleibt beim Fort im Schatten. Ein heißer Wind weht auf der kleinen Anhöhe und es ist trotz weit über 30 Grad gut auszuhalten.

Skurril sind im Hintergrund die Wolkenkratzer der Stadt, gefühlt ein paar hundert Meter entfernt. Eine Verschmelzung von 500 Jahren Geschichte. Von hier aus fahren wir ein paar Kilometer weiter ins Landesinnere nach Aali zu den Hügelgräbern aus der Dilmun Ära von 2050 bis 1750 v. Chr.

Die Bestattungshügel und Königsgräber sind die Überbleibsel einer längst vergangenen Hochkultur. Dilmun ist der sumerische Name für ein paradiesisches Land, das heutige Bahrain. Während der Bronzezeit stieg die Insel Bahrain wegen des in der Region einmaligen Vorkommens von Süßwasser aus heute versiegten artesischen Quellen zu einem bedeutenden Handelsplatz auf. Ihre strategisch günstige Lage am Seehandelsweg durch den Golf beförderte Wohlstand und Bedeutung von Dilmun zusätzlich. Die Gräber sind in der Landschaft weit verteilt. Es gibt hier keinen Schatten und somit ist es jetzt am Nachmittag sehr heiß.

Da wir danach noch Zeit haben, fahren wir von Aali noch auf den König Fahd Damm, der 25 Kilometer lange 1986 fertiggestellte Damm verbindet Bahrain mit Saudi-Arabien. Es fällt eine Gebühr von 3,5 Bahrain Dinar an.

Man fährt, ähnlich wie bei den Florida Keys, lange über Wasser und ab und zu über kleine Inseln. Auf halbem Weg auf „Passport Island“ befindet sich die einzige Landesgrenze Bahrains. Wir machen hier eine Pause, kaufen uns ein paar Snacks in der Tankstelle und schauen rüber nach Saudi-Arabien. An den Kontrollstellen herrscht reger Betrieb und ein ständiges Gehupe der Saudis. Das fällt uns in der weiteren Zeit hier noch vermehrt auf. Man kann direkt bis zur Grenze fahren und dort dann ähnlich wie bei einer Autobahnabfahrt wieder drehen und zurück.

Auf dem Rückweg auf der linken Seite liegt Dschidda Island, eine Insel im Privatbesitz des Premierministers mit Palast, Gärten und Hubschrauberlandeplatz. Sie ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Früher befand sich darauf mal ein Gefängnis. Jetzt haben wir für heute genug gesehen und fahren zurück ins Hotel. Wie schön, wenn alles so nah beieinander ist. Zum Abendessen gehen wir heute 8 Minuten zu Fuß ins Baharat im Hotel Le Meridien. Ein sehr schönes Restaurant mit Livemusikuntermalung zweier Damen mit Geige und Gesang. Das Essen ist hervorragend und der Küchenchef kommt, nachdem Oli ein Kompliment an die Küche ausrichten läßt, persönlich zu ihm an den Tisch, stellt sich vor und überreicht seine Visitenkarte. Wir reservieren für einen weiteren Abend zum Buffet.
Tag 4: Manama-Durrat-Baum des Lebens-Manama-Jid Al Haj-Manama
Heute wollen wir mal etwas weiter weg, ganz in den Süden der Insel und dazu brauchen wir ein Auto. Ich habe online über Europcar einen passenden Wagen gebucht und kann ihn im kleinen Büro der Autovermietung in der Seef Mall abholen. Dorthin lasse ich mich mit einem Uber fahren. Die Seef Mall liegt in Muharraq, die Fahrt dauert 20 Minuten. Die Übernahme des Wagens läuft reibungslos und ich mache mich auf den Rückweg zum Hotel, um Siri und Sabrina einzusammeln.

Oli und Minna wollen heute etwas anderes unternehmen und somit sind wir im Auto nur zu dritt. Unser Ziel ist die Wakeboardanlage in Durrat, ganz im Süden der Insel. Dort sind, ähnlich den künstlichen Inseln wie The Palm oder The World in den VAE, aufgeschüttete Atolle in Form von Halbkreisen und Fischen. Das Wakeboard und die Badesachen sind gepackt und es kann losgehen. Zuerst ein Stück auf dem König Hamad Highway Richtung Süden, dann biege ich ab und fahre über unbefestigte staubige Pisten mitten durchs Landesinnere. Vorbei an Ölfördertürmen und Raffinerien.

Linker Hand erscheint die Airbase der Luftwaffe und nach einer Stunde und 60 Kilometern sind wir am Security Checkpoint für Durrat. Dieses Gebiet dient den Reichen und Wohlhabenden unter den reichen Bahrainis als Rückzugs- und Erholungsort. Ebenfalls haben einige der Mitglieder des Königshauses hier ein Wochenenddomizil. Unter der Woche ist hier kaum jemand anzutreffen. Hinein darf nur, wer vorne beim Sicherheitspersonal angemeldet ist.


Die Wakeboardanlage liegt inmitten des Atolls Nummer 2. Dort hatte ich mir vorab einen Slot für eine Stunde gebucht und somit hat mich der Betreiber am Gate registrieren lassen. Der Strand ist menschenleer und der Hebler wartet bereits auf mich. Brett und Ausrüstung habe ich komplett von zu Hause dabei und mache mich fertig. Siri und Sabrina haben schon Badesachen an und stürmen zum Wasser. Doch sie werden jäh vom Hebler zurückgepfiffen. Nur im Bikini ist hier nicht erlaubt und wenn sie baden wollen, mögen sie doch bitte ein T-Shirt anziehen. Leider hatten wir diese Info vorher nicht und so können sie, mangels Wechselwäsche, nur mit den Beinen bis zur Hüfte rein. Gut für mich, dann kann jemand Fotos machen.

Die Anlage dort ist eine 2.0 Anlage und man fährt zwischen zwei Masten jeweils hin und her. Es gibt einen Kicker und eine kleine Box mit Slider. Es macht Spaß, das Wasser ist herrlich warm und wir sind die ganze Zeit komplett allein am

Strand. Der Mann am Hebel ist Filipino und arbeitet schon eine Weile hier. Er ist jeweils zwei Jahre am Stück hier und hat dann 8 Wochen am Stück Urlaub die er dann zu Hause bei der Familie auf den Philippinen verbringt. Nach der Session lasse ich die Sachen etwas in der Sonne trocknen, dann kommt tatsächlich doch noch ein Gast. Wir essen und trinken etwas im direkt am Parkplatz gelegenen Caribou Coffee. Auch dort sind wir die einzigen Gäste. Es ist dann Zeit den Rückweg anzutreten, denn wir wollen noch beim Baum des Lebens vorbeischauen. Eine weitere Sehenswürdigkeit des Landes. Ein Stückchen auf dem Weg zurück, wie wir hergekommen sind und dann wieder über eine sandige Inlandspiste bis zum sagenumwobenen Baum. Es ist ein ca. 400 Jahre alter, 10 Meter hoher Mesquitebaum, der einsam in der Wüste steht. Es ist wissenschaftlich nicht vollständig geklärt, wie der Baum in dieser Umgebung überlebt. Es wird vermutet, dass er mit seinen Wurzeln, die bis zu 50 Meter lang sein können, eine unterirdische Wasserquelle angezapft hat. In der Abendsonne aber durchaus ein schönes Motiv.

Mittlerweile ist die Stelle etwas befestigt und es entsteht eine kleine Anlage mit Besucherzentrum daraus. Allerdings finden wir ihn gar nicht so einsam, denn in einiger Entfernung sieht man durchaus andere Sträucher und kleine Bäume in der Nähe. So ganz komplett allein ist er in der Gegend also nicht. Von da aus fahren wir dann zurück Richtung Manama. Ich versuche unterwegs noch bei Werkstätten an ein Nummernschild zu kommen, bin aber nicht erfolgreich. In der Dämmerung rollen wir dann zur Rushhour wieder in Manama ein. Wir holen Minna und Oli im Hotel ab und fahren nochmal hoch in die Nähe des Forts an den Strand. Dort haben wir beim Besuch des Forts gesehen, daß dort allerlei Stände und eine Art Mini Vergnügungspark für Kinder aufgebaut war. Wir wollen mal schauen, ob wir hier was Gutes zu Essen finden.

Es ist immer noch sehr heiß, als wir dort entlangschlendern. Außer einem Stand mit Klamotten und ein paar Essenständen von denen erst einer offen hat, finden wir noch Angebote zum Ponyreiten und einen kleinen Parcours, wo Kinder mit Quads herumfahren können. Hungrig treten wir den Rückzug an und fahren in die nahegelegene Seef Mall und essen beim Restaurant „Yasmine“ libanesische Grillgerichte. Danach wie immer Dachterrasse. Dort bestelle ich an der Bar ein paar Bier für uns und muß sie mir selbst aus dem Kühlschrank hinter der Theke nehmen, da der Angestellte nicht mit Alkohol in Berührung kommen möchte. Nachdem ich die Flaschen auch selbst geöffnet habe und frage, wo ich die Kronkorken hintun soll, streckt er mir seine Hand entgegen und nimmt sie an. Habe ich nicht verstanden.
Tag 5: Manama-Sitra-Al Dar Island-Sitra-Manama
Einen weiteren Strandtag wollen wir heute einlegen aber nicht bei uns im Beachclub sondern auf einer Insel im Persischen Golf. Wir haben uns für Al Dar Island entschieden. Eine kleine Insel etwas weiter draußen vor der Ostküste im Meer.

An Wochenenden meldet man sich am besten vorher online an, um Verfügbarkeit zu gewährleisten. Unter der Woche braucht man das nicht. Um dorthin zu gelangen, fahren wir mit dem Auto nach Sitra. Das ist eine ganz nah gelegene Insel die über zwei Brücken mit dem „Festland“ von Bahrain verbunden ist.

Von unserem Hotel sind das 28 KM und die Fahrt dauert etwa 40 Minuten. Auf Sitra im Fischereihafen liegt das Al Dar Booking Office und ein Parkplatz. Im Büro meldet man sich an und bekommt ein Eintrittsbändchen und die Abfahrtszeit des Bootes genannt, daß einen rüberbringt. Im Fischereihafen liegen die traditionellen Holzboote der Fischer, die sogenannten Dhaus und schaukeln im Wasser. Auf einer Bank im Schatten warten wir, bis uns ein Golfkart mit mehreren Sitzplätzen abholt und zum Steg bringt, von wo aus das Schnellboot abfährt. Eine ca. 10-minütige Fahrt über herrlich türkises Wasser und man landet auf der Insel an.

Al Dar Island ist klein und dünn und hat zwei große Strände in Buchten, einen auf jeder Seite. Auf der Insel gibt es Holzliegen mit Sonnenschirmen oder ohne. Es gibt ganze Hütten aus Holz oder aber sogar moderne Bungalows zu mieten. Teilweise auch über Nacht möglich. Es gibt ein kleines Restaurant und eine Snackbar. Diese verkauft sogar Bier und Wein. Es ist herrlich hier zum Relaxen, Schwimmen und Schnorcheln, wobei man dann gut den ganzen Müll am Meeresgrund sieht. Viele Strohhalme und Becher sowie Dosen und anderer Unrat wird wohl regelmäßig vom Wind ins Wasser geweht. Hier kann man es problemlos den ganzen Tag oder auch mehrere Tage aushalten und dem Strandleben frönen. Will man wieder zurück, sagt man einfach Bescheid, wann man ca. geholt werden möchte. Kommen neue Gäste an, kann man direkt mit dem Boot wieder zurückfahren. Ansonsten muß man etwas warten, weil es dann erst angefordert werden muß.

Gegen späten Nachmittag machen wir uns wieder auf den Rückweg, denn ich muß heute noch das Auto abgeben. Alle anderen setze ich im Hotel ab und fahre dann wieder zum Europcar Büro in die Seef Mall. Das habe ich so mit der Vermietung ausgemacht. Dort angekommen, ist diese zu und keiner da. Ich erreiche auch niemanden. Dann irgendwann doch und der Herr sagt, heute wäre nur jemand im Hauptbüro und ich solle dorthin kommen. Das war so aber nicht ausgemacht und ich habe auch keine Lust durch die halbe Stadt zu fahren. Er will jemand schicken, das dauert aber etwas. Ich nutze die Zeit und schlendere ein wenig durch die Mall und finde in einem Sportladen noch ein günstiges Fußballtrikot des lokalen Fußballvereins.

Als das Auto übergeben ist, buche ich mir über Uber eine Fahrt. Zweimal können sie mich auf dem Parkplatz der Mall nicht finden und stornieren die Fahrt und hauen wieder ab. Ich laufe ein Stück Richtung der großen Straße und winke dann das erste Taxi heran, welches angefahren kommt. Ein sehr netter Fahrer aus Bangladesch bringt mich zurück und verspricht auch morgen nach Nummernschildern für mich zu schauen. Ich bin gespannt. Zum Abendessen zieht es uns in den Foodcourt der Mall. Hier ist die Hölle los. Alles voller Saudis, die gerne mit Kind und Kegel rüberkommen. Das hat man vorhin in der Stadt schon am Gehupe gemerkt. Die Saudis kommen am Wochenende gerne ins Nachbarland. Zum Shoppen, zum Ausgehen und Feiern. Hier gibt es gute Bars und Clubs und es wird Alkohol ausgeschenkt, nicht wie im Nachbarland. Die Frauen, durchaus figurbetont oder auch mal knapp bekleidet nutzen die vergleichsweise große Freizügigkeit hier. Ein klein wenig Doppelmoral. Unser Abend klingt wieder auf der Dachterrasse aus mit indischem Starkbier aus Dosen, welches wir vorhin noch auf der Insel am Kiosk gekauft und mitgenommen haben, da es dort viel günstiger war als hier an der Bar.
Tag 6: Seef District / Beach Club / Water Garden City
An unserem letzten kompletten Tag ist faulenzen angesagt. Tagsüber BeachClub und abends ein hervorragendes Abendessen in der Watergarden City.

Diese liegt unweit des Strandes und ist auch noch am Entstehen. In ein paar Jahren, wird hier jegliche Freifläche verschwunden sein. In einem Halbrund einer künstlichen Bucht liegen mehrere Geschäfte und Restaurants nebeneinander. Zum Abendessen sitzen wir auf der Terrasse des Alkofeia. Ein sehr zu empfehlendes palästinensisches Restaurant mit hervorragender Auswahl und Qualität. Wir probieren uns durch die nahöstliche Küche. Fladenbrot, Hummus, Tabouleh (Petersiliensalat), ich bekomme ein ganzes „Backblech“ mit einem kompletten Fisch. Köstlich.


Tag 7: Hotelpool / City Centre Mall
Heute Vormittag müssen wir auschecken und verbringen danach die restliche Zeit bis zum Abflug heute Nacht am Pool und später in der Mall, um dort im guten Foodcourt etwas zu essen (unter anderem einen McArabia bei McDonalds) und Souvenirs einzukaufen. Zeitig am frühen Abend werden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht. Ausreise und Flug laufen reibungslos. Um 6:15 Uhr landen wir pünktlich in Frankfurt. Jetzt schnell heim, ich muß um 8 Uhr arbeiten!




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