Saint Lucia auf eigene Faust
- behrmannholger
- 15. Juli 2025
- 16 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Juli 2025

Saint Lucia auf eigene Faust März 2025

Auf dem kurzen Flug von Guyana nach Saint Lucia haben wir eine Menge Platz im Flieger, denn dieser ist nicht mal halb voll. Wir erreichen den Hewanorra Intl. Airport, ganz im Süden der Insel gelegen, gegen 21:15 Uhr Ortszeit. Die Einreise geht schnell und das Gepäck ist auch schon da. Draußen wartet bereits Junior, unser Vermieter mit seinem Minivan. Er fährt uns in einem Affenzahn auf dem kürzesten Weg im Dunklen nach Marigot Bay. Ein ständiges hoch und runter wechselt sich mit einer Kurve nach der anderen ab. Daß es in St. Lucia nur ganz wenige Straßenabschnitte gibt, die geradeaus gehen, wird uns erst richtig bewußt, als wir später selbst Auto fahren. Junior zeigt uns in der Umgebung der Unterkunft gleich noch ein paar wichtige Sachen und Orientierungspunkte und gibt uns ein paar gute Tipps bzgl. Essen, Restaurants etc. Nach einem ersten Piton Bier, daß wir unterwegs noch an einer Bar gekauft haben, fallen wir um Mitternacht müde ins Bett. Draußen ein schönes Konzert von Grillen und sonstigem Getier.

Die Wohnung gefällt uns sehr gut. Wir haben das Apartment für eine Woche über Airbnb von zu Hause aus gebucht. Wohnung Nr. 3 mit Wohnzimmer, 2 Schlafzimmern, Küche, Bad mit Dusche und einer kleinen Terrasse. Das Haus ist sehr neu. Junior bietet drei verschiedene Wohnungen an, alle mit Balkon oder Terrasse. Im oberen Stockwerk wohnt er mit seiner Familie. Ein kleiner schöner Pool ist dabei und ein Wäscheraum mit Waschmaschine, die benutzt werden darf. Er bietet bei Bedarf auch zwei verschiedene Autos zur Vermietung an. Einen Suzuki Swift und einen größeren Mitsubishi SUV. Das Haus liegt am Ende einer kleinen Straße an einem steilen Hang. Sehr ruhig gelegen mit einem schönen Blick in die Ebene darunter und auf die gegenüberliegenden Hügel der Insel.

Unser Vermieter ist ein echter Glücksgriff. Er ist sehr engagiert, kümmert sich, fragt ob alles OK ist. Er ist sehr genau und akribisch. Er versucht alles möglich zu machen und hilft, wo er kann. Wir bekommen frische Kokosnüsse aus seinem Garten angeboten und haben das ein oder andere nette Gespräch. Shuttle Service vom und zum Flughafen bietet er ebenfalls an. Sollte er verhindert sein, hat er jemanden der einspringt und es für ihn übernimmt.
Erster Tag ohne Plan – Marigot Bay

Für heute hatten wir uns keinen festen Plan gemacht, was wir anstellen wollen. Nach langen durchgeplanten Tagen in Guyana, wollen wir es auf St. Lucia etwas ruhiger angehen lassen. Als erstes laufen wir zum örtlichen Geschäft, um uns mit dem nötigsten für das Apartment auszurüsten und danach zwei Ladungen Wäsche zu waschen. Während sie im Wind und der Sonne trocknet, gehen wir in den schönen kleinen Pool. Danach machen wir uns fertig und laufen über die sehr steilen Hügel hoch und wieder runter zur Marigot Bay. Eine wunderschöne, natürlich geformte kleine Bucht und eins der Highlights auf Saint Lucia. Sie gilt als eines der Anlaufziele aller Segler der Karibik und bietet den Schiffen Schutz vor Stürmen und Hurricanes. Sie ist auf drei Seiten von bewaldeten Hügeln umgeben und dort versteckten sich früher schon die Franzosen und Engländer. 1967 wurde hier teilweise der Film Dr. Dolittle gedreht. Es laufen den ganzen Tag Boote und Yachten aller Größen ein und aus. Ein kleiner schöner Sandstrand mit Palmen lädt zum Verweilen ein.

Er liegt inmitten der Bucht auf einer Landzunge und erreichen kann man ihn mit dem kleinen Shuttleboot ab Ende der Waterfront Street. Das fährt nach Bedarf immer hin und her und kostet 2 USD hin und zurück. Angekommen am Strand werden wir gleich von Liegenvermietern und allerlei anderen Anbietern für Rumpunsch, Kokosnusswasser, Souvenirs, Massagen und Obst angesprochen. Nachdem sich in Guyana kein Mensch für uns als Touristen interessiert hat, müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen. Heute ist hier aber auch wenig los, denn es sind keine Kreuzfahrtschiffe in Castries angekommen. Deswegen stürzen sich alle auf die paar Leute wie uns oder die Gäste aus den umliegenden wenigen Hotels. An Tagen ohne die Kreuzfahrtgäste ist der Strand dann zwar dünn besucht und man hat ihn mehr für sich allerdings mit dem eben beschriebenen Nebeneffekt. An dem kleinen Steg für die Fähre schließen sich ein paar Buden an, die etwas zu Essen und eine Menge an Getränken anbieten. Wir genießen die Zeit, entspannen, schnorcheln, unterhalten uns und trinken leckeren Rumpunsch. Gegen 16 Uhr entschließen wir uns in dem an den Strand angrenzenden Restaurant Doolittles ein frühes Abendessen einzunehmen. Für die Dinnerkarte ist es noch zu früh und für die Mittagskarte zu spät. Trotzdem werden wir in der normalen Karte fündig und suchen uns ein paar leckere aber nicht ganz günstige Sachen aus. Zwischenzeitlich ist immerhin dann Happyhour und wir nehmen uns sechs Bier zum Preis von drei mit nach Hause. Mit der restauranteigenen Fähre fahren wir wieder zurück und laufen den schweißtreibenden Weg heim. Dieses Shuttle ist für Gäste des Doolittles auf beiden Seiten kostenlos. Auf unserer kleinen Veranda lassen wir den warmen Abend mit unseren Happyhour-Bieren ausklingen.

Ein Tag in Castries – Hauptstadt Saint Lucias

Wieder haben wir keinen festen Zeitplan und schlafen erstmal aus. Allerdings haben wir immer noch das Bargeldproblem aus Guyana. 127.000, - GYD (600 USD) wollen wir hier in Ostkaribische Dollar umtauschen, denn dieser Berg an Scheinen bringt uns hier nichts und wir bräuchten so kein Geld abheben. Um 10:30 Uhr fahren wir mit dem lokalen Bus nach Castries. Unten an der Straße etwa 300 Meter zu Fuß ist eine „Bushaltestelle“. Dort warten wir einfach bis einer vorbeifährt und halten ihn winkend an. Das Minibusfahren funktioniert hier, wie auch in vielen anderen Karibikstaaten, ähnlich wie in Guyana. Man winkt und der Bus hält an. Fährt man nicht bis zur Endstation, sagt man dem Fahrer Bescheid, wo man hinmöchte, und zahlt dann beim Aussteigen.

Liegt das Fahrziel nicht direkt auf der Route, sondern etwas abseits des Weges kann man auch das angeben und der Fahrer fährt hin oder zumindest sehr in die Nähe, um dann wieder auf seine Strecke zurückzukehren. Dieser Service kostet einen kleinen Aufpreis aber bei den vielen und sehr steilen Hügeln in Saint Lucia spart man sich damit schweißtreibendes Laufen und sehr viel Zeit. Wir fahren bis zur Endstation in Castries. Diese ist hinter dem Markt verteilt auf mehrere Straßen ähnlich wie in Georgetown am Starbroek Market. Weiß man seine Busnummer, dann findet man ihn immer in der gleichen Straße.

In Castries angekommen, gehen wir als erstes zur National Bank of Saint Lucia. Nach kurzer Wartezeit in der Schlange, bekommen wir die Information sie nehmen leider keine Guyana Dollar an. Wir werden es später dann bei einer anderen Bank versuchen, heben aber noch am Geldautomaten etwas ab damit wir hier autark sind. Nach der ernüchternden Auskunft laufen wir über die Märkte und durch Souvenirshops. Heute liegen zwei riesige Kreuzfahrtschiffe im Hafen und die Stadt ist voll mit Amerikanern. So viele Leute. Das war das Schöne an Guyana, so gut wie keine anderen Touristen. Bei einem kurzen Snack zu Mittag schauen wir nach ein paar anderen Banken in der Nähe. Wir finden unter anderem eine Republic Bank, die es auch in Guyana gibt. Vielleicht stehen unsere Chancen dort besser. Schnell hin, denn die Banken haben nur bis 14 Uhr geöffnet. Geduldig warten wir mit vielen anderen Leuten wieder in der Schlange und erhalten die gleiche Antwort wie zuvor mit dem Zusatz es würde keine der Banken hier auf Saint Lucia GYD annehmen und wechseln.

Wir werden wohl weiter diesen Haufen Bargeld mit uns herumtragen. Während wir weiter in dem Städtchen hin und herlaufen, erstehen wir einige Dinge und Souvenirs und bei einem Straßenhändler die lange von mir gesuchten Flipflops einer bestimmten Marke. Genau das Modell in genau meiner Größe und er hat nur dieses eine paar im Angebot. Immerhin ein Erfolg. Castries ist klein und vieles im Bereich des Hafens, die Märkte und Straßenzüge die sehenswert sind, läuft man gut zu Fuß ab. Der Minibus fährt uns wieder zurück und mit ein paar hier vorher geschilderter Schlenker erreichen wir Marigot. Die Fahrt von und nach Castries kostet ca. 2-3 USD für zwei Personen. Am Haus angekommen, bietet uns Junior frische Kokosnüsse an. Wir regeln und klären mit ihm noch ein paar Dinge, unter anderem besorgt er uns die Erlaubnis zum Autofahren. In Saint Lucia braucht jeder der ein Fahrzeug mieten und fahren will, eine spezielle Genehmigung zusätzlich zum Führerschein und internationalen Führerschein. In der Regel besorgt diese die Mietwagenfirma, wenn man bei einem der großen bekannten Anbieter mietet. Bei kleineren Firmen oder Privatvermietern müßte man diese Erlaubnis selbst vorab in Castries holen. Wir mieten uns für drei Tage den Suzuki Swift von ihm. Im Hof testet er das Auto und macht es sauber. Morgen kommt jemand und repariert noch die Bremsen. Der Pool bietet Abkühlung nach einem heißen Tag und weil wir keine Lust haben, noch einmal loszuspazieren, kochen wir uns heute Abend etwas selbst. Die Sachen dafür hatten wir vorher noch in der Stadt im Supermarkt eingekauft.

Strandtag in Marigot Bay, Chateau Mygo
Für heute haben wir einen kompletten Strandtag in der Marigot Bay eingeplant da wir dort zu Fuß hinlaufen können und somit lassen wir es langsam angehen. Draußen frühstücken, dann eine Ladung Wäsche waschen und aufhängen. Danach machen wir uns auf den steilen Weg hoch und wieder runter bis wir naßgeschwitzt am kleinen Fährboot ankommen. Um 11 Uhr haben wir unsere Liegen. Die Vermieterin machte den angenehmsten Eindruck und hat unserer Meinung nach faire Preise aufgerufen. Für uns beide den ganzen Tag 10 USD. Alle anderen wollten mehr oder waren aufdringlicher. Wir gehen im kristallklaren Wasser schnorcheln. An dem kleinen Strand gibt es zwei gute Stellen an der wir einige bunte Fische sehen. Schaut man vom Strand aus der Bucht raus aufs offene Meer sind links am Steinwall auf beiden Seiten Fische zu sehen. Die andere, bessere Stelle ist am Ende des Doolittle Restaurants links, dort wo der Überbau des Wassers endet.

Dort fällt der Grund leicht ab und unter Wasser befindet sich eine kleine Korallenbank. Außer mir ist dort niemand unterwegs. Man muß nur etwas aufpassen, daß man vom Doolittle Fährboot gesehen wird. Den Rest des Tages genießen wir einfach die schöne Aussicht und der Rumpunsch aus der Bude hinter uns schmeckt hervorragend. Irgendwann macht sich das SUP des Obstverkäufers selbstständig und treibt in die Bucht raus. Er döst unter einer Palme. Ich schwimme hinterher und hole es wieder an Land. Bei ihm kaufen wir noch eine ganze Tüte Mangos und Bananen. Um 17 Uhr gehen wir ins Doolittles zur Happyhour und schauen uns den Sonnenuntergang an.

Später fahren wir mit der Fähre rüber ins Chateau Mygo und essen dort direkt am Wasser zu Abend. Das Chateau Mygo ist ein schön gelegenes, uriges Restaurant mit guter Küche, besticht aber mehr durch seine Lage, karibischem Flair und den Blick in die Bucht. Von der Straße aus führt ein kleiner Fußweg direkt dorthin. Mit vollem Bauch müssen wir wieder die steilen Berge hoch und runter. Als wir im Apartment ankommen, sind wir ganz schön fertig.
Pitons, Tet Paul Nature Trail, Vulkan und die Diamond Falls im Botanischen Garten
Für die nächsten drei Tage haben wir unseren Mietwagen und wollen mehr von der Insel erkundigen. 50 USD/Tag kostet der kleine Swift, jetzt ausgerüstet mit neuen Bremsen. Nach den ganzen Formalitäten mit Vertrag und Deposit, machen wir uns auf den Weg Richtung Süden. Holprige Straßen mit viel Löchern ähneln Guyana. Via Anse La Raye fahren wir nach Soufriere. Ein stetiges Auf und Ab, Kurven um Kurven, bis irgendwann die Pitons das erste Mal in der Ferne auftauchen.

Mächtig die zwei Vulkankegel, auch aus der Entfernung. In Soufriere, dem netten Ort unterhalb der Pitons, kaufen wir noch schnell Wasser und fahren dann direkt zum Tet Paul Nature Trail. Ein schöner Rundweg der an vielen Stellen schattig durch die Landschaft führt mit einigen schönen Aussichtspunkten und bestem Blick auf die beiden Pitons. Beeindruckend und ein absolut traumhaftes Postkartenmotiv geben die zwei Berge ab.

Am höchsten Punkt des Trails hat man eine fantastische Aussicht über weite Teile der Insel inklusive des Blickes auf den Mount Gimie, den mit 950 Metern höchsten Berg der Insel. Hier oben gibt es sogar einen Souvenirverkäufer der auch Getränke anbietet. Sehr gute Idee finden wir und unterstützen ihn mit dem Kauf zweier Bier. Immerhin muß er jeden Tag hier alles hoch und wieder runtertragen. Unten am Fuß der Kegel kann man gut den Sugar Beach erkennen. Einer der bekanntesten Strände mit gutem Blick auf die Pitons. Der Trail ist nur mit einem Führer zu begehen. Am Parkplatz wird man entweder einer kleinen Gruppe zugeordnet oder, falls gerade keine anderen Touristen da sind, hat man ihn/sie für sich allein. Der Eintritt kostet 26 Ostkaribische Dollar oder 10 USD pro Person.

Vom Parkplatz fahren wir den kurzen Weg zum Sulphur Springs Volcano. Das Gebiet eines „ehemaligen“ Vulkans an dem Schwefelquellen austreten. Es ist der weltweit einzige befahrbare Vulkan und da wir ein Auto dabeihaben, fahren wir rein. Eintritt kostet 22,50 ECD oder 9 USD pro Person inkl. Auto. Das Gebiet ist nicht groß, wir steigen einmal aus, laufen alles ab und bestaunen die kochenden und blubbernden Schlammtöpfe. Der Geruch ist natürlich extrem. Am Eingang zum Areal besteht die Möglichkeit Schlammbäder zu nehmen und sich in kleinen heißen Pools einmal komplett grau zu färben. Soll ja sehr gesund sein. Dafür muß man, je nach Andrang etwas Zeit mitbringen und es kostet natürlich. Sehr viele sehen das als unbedingtes Muß und Attraktion, wir eher weniger. Wie überall auf Saint Lucia ist hier viel los, wenn Kreuzfahrtschiffe angelegt haben.

Lieber machen wir uns auf den Weg zum Botanischen Garten mit den Diamond Falls, der ebenfalls nicht weit entfernt ist. Kurz vor Feierabend haben wir die Anlage ganz für uns allein. Ein schön angelegter Weg führt durch den Garten der voll ist mit tropischen Gewächsen.

Klimatisch perfekt, weder heiß noch kalt. Kurz vor Erreichen des Wasserfalls der ganz am Ende des Weges liegt, passieren wir die Becken in denen man warme Mineralbäder, gespeist von den heißen Quellen der Sulphur Springs, nehmen kann. Wer das möchte, muß am Eingang extra dafür bezahlen. Jetzt ist eine Dame bereits am Reinigen der drei Becken. Ein paar Meter weiter stehen wir vor den Diamond Falls. Toll eingerahmt in der Natur, ist daß das I-Tüpfelchen der wunderschönen Anlage. Der 17 Meter hohe Wasserfall wird durch die Schwefelquellen der Sulphur Springs in Vermischung mit Regenwasser gespeist und erhält daher seine Farbe. Zusätzlich erstrahlt der Fels durch die Ablagerungen des mineralhaltigen Wassers je nach Lichteinfall verschieden bunt.

Der Eintritt kostet 7 USD pro Person. Wer baden möchte, zahlt noch einmal 6 USD extra. Als wir um 16 Uhr gen „Heimat“ fahren, schließt der Park seine Türen hinter uns. Sonntags und Feiertags ist das bereits um 15 Uhr der Fall. In Soufriere holen wir noch Geld am Automaten und ich darf, unter strenger Beobachtung des Polizisten, auf seinem Parkplatz halten. In der Abendsonne fahren wir weiter und unterwegs halten wir an einer Bar, um noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Wir „platzen“ in den vierzigsten Geburtstag eines Mädels und bekommen etwas vom lokalen Gegrillten in leckerer Soße. Der Suzuki hat uns gut hin und her sowie hoch und runter gebracht. Die Insel besteht irgendwie nur aus Bergen.
Schnorcheln am Anse Chastanet, Anse Mamin
Heute wollen wir nochmal an den Strand und schnorcheln gehen. Ein guter Platz dafür ist der Anse Chastanet in der Nähe von Soufriere. Der Swift rumpelt uns also wieder runter nach Süden bis Soufriere.

Vor dem Ort geht es rechts ab auf eine unbefestigte Piste, denn Straße kann man dazu nicht sagen. Teilweise sehr steil, nur Steine und Geröll. Eine Qual für jedes Auto. Wenn man überlegt, daß am Ende ein nicht ganz billiges Resort liegt, frage ich mich, was diese Zufahrt soll. Wir kommen an, suchen uns abseits der Resortliegen samt Bastschirmen einen Platz am Strand. Es ist nicht sehr viel los. Der beste Schnorchelspot liegt links an den Klippen direkt am Ende des kleinen betonierten Landungsstegs in der Nähe des Tauchcenters. Dort ist eine kleine Leiter, die einen direkt in etwas tieferes Wasser führt. Somit ist man direkt mittendrin zwischen wunderschönen Korallen, Anemonen, Felsen und einer großen Anzahl auch größerer Fische. Je weiter wir rausschwimmen kommen wir in tieferes blaues Wasser, aber es ist so klar, daß die Sicht einmalig ist. Ein großartiger Ort. Vorsichtig sollte man nah an den Klippen sein, denn je nach Seegang und Strömung droht sonst Kontakt mit den Felsen. Wer es lieber seichter und sicherer mag, findet trotzdem gute Bedingungen direkt am Strand. Sabrina macht dort nah am Ufer allerdings die Begegnung mit einer Würfelqualle und dementsprechend schmerzhaft melden sich die berührten Stellen. Sie war nicht groß und weit und breit auch die einzige. Eine Pause drängt sich auf. Danach packen wir unser Zeug und laufen den Weg am Ende des Strandes nach rechts weiter und dieser führt uns direkt zum Anse Mamin. Ein weiterer schöner Strand mit noch weniger Besuchern. Der Jungle Grill, eine schöne Strandbar lädt zum Verweilen ein und mit den Füßen im Sand essen wir dort etwas zu Mittag. Ein sehr tolles Fleckchen, erinnert an die Beachbars in Thailand.

Um 16 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg mit ein paar Fotostops und einem kleinen Einkauf auf dem Rückweg. Weil wir nicht wieder total verschwitzt sein wollen, bemühen wir zum Abendessen nochmal das Auto und fahren nach Marigot Bay zum Mangrove Restaurant.

Ein extrem steiler Berg führt bergab direkt bis vor das Anwesen. Zum Restaurant, welches ins Wasser gebaut ist, geht ein 100 Meter lange Holzsteg mitten durch die Mangroven. Auch dorthin kann man sich von der Waterfront Street mit einer Restauranteigenen kleinen Fähre abholen und bringen lassen. Das Essen ist sehr lecker und zu empfehlen. Nicht ganz günstig, aber wo ist es das in der Karibik schon. Der Blick von hier hinten in der Bucht Richtung Landzunge mit Strand und die Berge ist wieder ganz anders aber nicht minder schön. Der Heimweg beinhaltet wieder den steilen Berg nur diesmal nach oben. Die Straße ist in einem schlechten Zustand und gebaut wird auch. Teilweise fehlt der Belag. Bei lockerem Anfahren schafft es der Suzuki nicht hoch und die Räder drehen durch. Langsam zurückrollen und nochmal die ganze Sache mit kräftig Anlauf und Schwung. Das Auto müht sich laut den Berg hoch aber schafft es dann doch.

Gros Islet, Rodney Bay, Pigeon Island, Cas en Bas Beach, Dennery
Unser Auto haben wir heute noch und diesen Umstand wollen wir nochmal richtig ausnutzen. Wir starten früh und fahren via Castries nach Norden Richtung Gros Islet, vorbei an der Rodney Bay bis Pigeon Island. Auf dem Landzipfel hat man einen hervorragenden Blick in die Bucht, nach Süden sowie gen Norden bis Martinique.

Pigeon Island gehört zum Saint Lucia National Trust und als National Landmark kostet es Eintritt. 26,70 Ostkaribische Dollar oder 10 USD pro Person. Dafür sind die in dem Gebiet liegenden Strände aber bei weitem nicht so überlaufen wie draußen etwa der Pigeon Island Public Beach.

Innerhalb des Geländes stehen noch Überreste alter Militärgebäude sowie auf einem Hügel das Fort Rodney. Eine von den Engländern erbaute Anlage ausgerüstet mit Kanonen zum Schutz gegen die Franzosen aus Martinique. Ein Weg führt dorthin und zum Schluß noch ein paar Treppen bis ganz oben. Von hier hat man einen fantastischen Ausblick. Wer noch weiter nach oben möchte und den höchsten Punkt der Halbinsel erklimmen mag, läuft vom Fort rüber auf den Signal Hill. Es ist sonnig und sehr heiß, der Weg bietet wenig Schatten und nach dem Erkundungstrip legen wir uns an einen der kleinen Strände und kühlen uns ab.

Ein Rumpunschverkäufer kommt mit einem kleinen Boot und beschwingter Musik bis an den Stand und bietet verschiedenste kalte Getränke feil. Wir bleiben eine Weile, aber dann wird es auch dort immer voller und wir ziehen weiter. Der Strandabschnitt außerhalb der Mauern war vorhin schon voll mit alten weißen Leuten und Einheimischen. Heute ist Sonntag. Draußen an einer der überfüllten Snackbars gibt es was Kleines zu Mittag für uns. Ein Becher Pina Colada gab es vom Barkeeper gratis für das lange Warten. Von Pigeon Island fahren wir rüber an die Westküste zum Cas en Bas Beach. Dort sind fast nur Locals, sie reiten auf Pferden den Strand entlang, ein Kiter sortiert gerade sein Equipment.

Die Küste ist hier nur dünn bebaut. Wir laufen einmal den Strand der Bucht rauf und runter und genießen die Ruhe.
Zum zurückkehren ist es noch etwas früh und somit fahren wir weiter nach Dennery. Einer der wenigen Orte an der Westküste. Dazu müssen wir aber erstmal wieder nach Castries und von da aus durch das steile Landesinnere einmal komplett durch die Mitte der Insel. Sehr steil, bergig und kurvig aber schön grün.

In Dennery ist der Hund begraben. Ein Örtchen in einer schönen Bucht aber von Tourismus ist hier nichts zu sehen. Wir machen ein paar schnelle Fotos und fahren dann zurück zu unserem Apartment. Unterwegs tanken wir den Swift voll, denn heute Abend geben wir das Auto wieder ab. Zuverlässig hat uns der kleine Flitzer überall hingebracht.

Pooltag, Regen, Abflug via London
Den heutigen Tag wollen wir nochmal zum Erholen nutzen und planen viel Zeit am Pool ein. Ausgeschlafen und gestärkt vom Frühstück gehen wir runter an die Straße. An den dortigen paar Ständen wollen wir nach Souvenirs schauen und etwas zum Mittagessen besorgen. Wir bummeln rum und erstehen diverse Sachen. Hausgemachte gefüllte Teigtaschen werden uns zum Mittagessen reichen. Ein ganzer Bus „Kreuzfahrer“ hält an und flutet die Stände. Ein Pärchen aus Deutschland bemerkt uns und wir plaudern ein wenig. Es ist sehr tropisch und heiß und jetzt heißt es zurück, ab in den Pool. Kaum umgezogen, fängt es zu regnen an und hört eine Weile nicht mehr auf. Der Regen wird sogar noch stärker. Als es dann aufhört, gehen wir schnell baden. Es ist total bewölkt, aber das macht nichts. Während wir baden, tröpfelt es immer mal wieder, dann auch wieder stärker. Also wieder rein. Wir packen schonmal unsere Sachen. Bei der nächsten Regenpause hüpfen wir wieder schnell ins Wasser, denn es ist unglaublich schwül. Das wird heute aber nicht mehr wirklich was. Regen, Trocken, Regen wechselt sich ständig ab. Wir lungern rum, räumen auf und warten bis 18 Uhr. Pünktlich werden wir von einem Bekannten von Junior abgeholt und zum Flughafen (Hewanorra) gefahren. Dort geht alles zügig und wir stöbern durch die wenigen Läden. Oben an der Bar, trinken wir mit dem lokalen Restgeld ein paar Bier und warten auf den Abflug. Der ist sehr pünktlich und wir sind froh über unsere Zweiersitze. Ausgebucht ist die Maschine nicht, manchen haben eine ganze Reihe für sich. Abendessen und dann schnell versuchen etwas zu schlafen. Der Flug dauert ja „nur“ 7:50 Std.
Gut geschlafen haben wir nicht und auch nicht viel. Zu früh landen wir in Gatwick. Dort geht alles schnell und wir stehen mit all unseren Sachen im Terminal. Wir müssen weiter nach Heathrow und es soll einen Zug oder Bus dorthin geben. Erstmal raus, den Schildern nach aber da finden wir uns nicht zurecht. Alles wieder zurück, rein an den Serviceschalter. Der nette kompetente Herr sucht uns eine Busverbindung raus und löst auch direkt die Fahrkarte für den National Express. Wir müssen zur Bushaltestelle. Diesen Weg kennen wir schon halb. Aufzug runter und dann warten wir auf Linie 201 der bis Wales fährt aber in Heathrow anhält. Zweite Station ist LHR. Auf der Fahrt dorthin über die M25 gibt es nicht viel zu sehen und durch eine Baustelle mit Stau haben wir etwas Zeit verloren. Im Flughafen geben wir direkt unser Gepäck auf und dann klappern wir einige Wechselstuben ab, in der Hoffnung hier unsere Guyana Dollar tauschen zu können. In der ehemaligen Kolonialmacht Guyanas sollte das doch möglich sein. Aber, kein Erfolg. Nicht mal hier wollen sie das Geld annehmen. Was sollen wir nur mit dem Batzen Scheine machen. Etwas ratlos setzen wir uns in eine Lokalität und trinken unser letztes Reisebier. In British Airways Manier startet der letzte Flug wieder richtig pünktlich und bei bestem Wetter verlassen wir England und erreichen Frankfurt 15 Minuten früher als geplant. Unser Abholer wartet schon. Schnell zum Gepäckband und dann los. Wir werden allerdings sofort wieder ausgebremst. Der Weg ist von der Polizei versperrt. Warum kann nur gemutmaßt werden. Eine große Menge an Leuten wartet geduldig über 30 Minuten, bis dieser wieder freigegeben wird. Bei der automatischen Einreise funktionieren die Geräte nicht wie sie sollen und wir müssen an die Schalter der Bundespolizei. Das war das letzte Hindernis einer ereignisreichen Abenteuerreise und wir können den Heimweg antreten.
Anmerkung: Das Geld werden wir auch in Deutschland nicht wechseln können. Nicht einmal die Deutsche Bundesbank möchte GYD haben. Nach Guyana werden wir also nochmal wiederkommen müssen.
Resümee: Saint Lucia ist nichts für den schmalen Geldbeutel. Teilweise sehr exklusiv aufgrund der vielen Segler. Allerdings ist sie auch eine der schönsten Karibikinseln. Außer Minibusfahren ist auch hier alles teuer. Das ist aber in der Karibik fast überall so. Die meisten Besucher kommen als Tagestouristen mit dem Kreuzfahrtschiff. Die Hotels und Resorts sind überwiegend höherpreisig. Die günstigste Alternative ist ein Apartment, wie in unserem Falle über Airbnb, zu buchen. Für eine Woche haben wir 580 Euro bezahlt. Die Küche war bestens ausgestattet und somit konnten wir den ein oder anderen teuren Restaurantbesuch am nächsten Tag kompensieren.
Was gibt es noch zu sehen ?
Sugarbeach. Schöner aber teilweise gut besuchter Strand direkt unterhalb der Pitons mit einem schönen Blick und Gastronomie. Der Zugang ist frei aber die Zufahrtsstraße ist für Hotelgäste reserviert. Ein 1,5 KM steiler Weg führt vom Parkplatz zum Strand wenn man nicht für 50 USD einen Tagesticket kaufen möchte um damit mit dem Shuttlebus zu fahren.
Der Betrag des Tagestickets ist im Resort auf Speisen und Getränke anrechenbar.
Wasserfälle. Rund um Sulphur Springs und im Hinterland von Soufriere und weiter südlich, gibt es noch unzählige kleine Trails und Wasserfälle.
Links und Adressen, die wir genutzt haben und empfehlen können:
Apartment über Airbnb bei Nickles Stay and Drive Nr. 1 !
Chateau Mygo, Seafood Restaurant in der Bucht von Marigot Bay.
Bietet auch Unterkünfte an. https://www.chateaumygo.com/food-wine/chateau-mygo-restaurant
JJs Mangrove Restaurant in der Bucht von Marigot Bay. Zu finden bei Instagram und Facebook.
Doolittle´s Restaurant + Bar, in der Bucht von Marigot Bay. https://www.marigotbeachclub.com/doolittle-restaurant-and-bar/

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